Vorpommersche Fischerteppiche e. V.
Wi knüppen un weben en Teppich för't Leben.
Die handwerkliche Fertigung der Vorpommerschen Fischerteppiche wurden 2023 in das deutsche UNESCO-Verzeichnis immaterielles Kulturerbe aufgenommen.

Mit Beschluss der Mitgliederversammlung vom 1. Juni 2026 wurde die Satzung des Vereins und der Vereinsname geändert (bisher Fischerdorf e. V. - Verein für maritimes Kulturerbe). Der Satzungszweck konzentriert sich zukünftig auf die Förderung der Vorpommerschen Fischerteppiche. Der Sitz des Vereins ist nun Greifswald. Sobald alle Formalien erledigt sind, wird die Homepage aktualisiert.
Unser Verein wird ab sofort vertreten durch:
- Vorsitzende: Susanne Papenfuß
- Vorsitzende: Regina Grund
Für die Kommunikation nutzen Sie bitte b. a. w. weiterhin die Email post@fischerdorf.org.
Auszug aus dem geänderten Satzungszweck (Beschluss Mitgliederversammlung vom 1. Juni 2026):
§ 2 Zweck
(1) Zweck des Vereins ist die Förderung von Kunst und Kultur, der Heimatpflege und Heimatkunde, des traditionellen Brauchtums sowie des bürgerschaftlichen Engagements zugunsten gemeinnütziger und mildtätiger Zwecke.
(2) Dieser Zweck wird insbesondere verwirklicht durch die Bewahrung, Pflege, Förderung und Vermittlung des Kunsthandwerks und der Gestaltung des immateriellen maritimen Kulturerbes der Vorpommerschen Fischerteppiche durch:
1. die Konzeption, Durchführung und Unterhaltung von Projekten, Knüpfangeboten und Workshops
2. die Einbettung in den Natur- und Landschaftsraum Vorpommerns unter anderem durch Führungen, Exkursionen,
3. der Organisation der Fischerteppichtage sowie Organisation und Teilnahme an weiteren Aktionstagen in der Region,
4. die Förderung von Publikationen und wissenschaftlichen Forschungen zum Thema
5. die Entwicklung und Umsetzung eines Konzeptes für ein Informationszentrum zu den Vorpommerschen Fischerteppichen,
6. die Vermittlung von Wissen und Schaffung von Bildungsangeboten unter Nutzung regionaler Ressourcen
7. die Sammlung, Archivierung, Digitalisierung von historischen Materialien wie der Teppiche, der Knüpfvorlagen und Bauanleitungen für Knüpfstühle
8. die Förderung und Unterhaltung von Angeboten zur Rezeption der Vorpommerschen Fischerteppiche in angewandten und bildenden Künsten etwa in Theater, Musik, zeitgenössischer Kunst und Design,
9. den Erfahrungsaustausch mit anderen Vereinen und Körperschaften, die ähnliche Ziele verfolgen.
RUND UM DIE FISCHERTEPPICHE
Quelle: hilletieden.org
Serviceliste
-
Fischerteppiche - Die DokuListenelement 1
Handwerk, Menschen, Landschaft und Geschichte rund um die Vorpommerschen Fischerteppiche hat die FINC Foundation in einer 40-minütigen interessanten Dokumentation zusammengestellt (externer Link zu hilletieden.org).
-
HandwerkListenelement 2
Dat knüppen und wäben - Das Teppichknüpfen ist eine Kunst, die sich über Jahrtausende parallel zur arabischen Kultur entwickelte. Wann genau sie begann, weiß niemand. Schon viele Jahrhunderte v. Chr. wurde diese Tradition mit ihren Mustern und Farben, in den diversen Regionen sehr unterschiedlich ausfallend, von Generation zu Generation weiter gegeben. Im Vergleich dazu ist die Tradition des Knüpfhandwerks an der Ostsee sehr jung. ... (externer Link)
-
MenschenListenelement 3
Die Geschichte der Fischerteppiche wird gestern wie heute von vielen Akteuren getragen und weitererzählt. Die kleinen Küstenfischer aus Freest sind ebenso verantwortlich für die Aufrechterhaltung eines identitätsstiftenden Kulturgutes, wie die wenigen KnüpferInnen aus Freest, Spandowerhagen, Lubmin, Wusterhusen oder Sundhagen, die Kustodie in Greifswald und das Heimatmuseum in Freest mit ihren umfangreichen Fischerteppichsammlungen. ... (Extener Link)
-
GeschichteListenelement 4
Zur Zeit der Weltwirtschaftskrise der 20er Jahre, als die Fischerei im Ostseeraum aus Fischmangel dramatisch zurück ging, erfuhr die Kunst des Teppichknüpfens ihre Renaissance. Um den Fischern in diesen schweren Zeiten einen Zusatzverdienst zu ermöglichen, entstand 1928 die Idee, die Fischerfamilien wieder mit der uralten Tradition des Knüpfens vertraut zu machen.
Damals wie heute griffen die Fischer und ihre Familien beim Knüpfen der Teppiche auf Motive aus ihrem alltäglichen Leben und ihrer Arbeitswelt zurück. Die gängigsten Symbole sind Wasser, Wellen, Boote, Möwen, Anker, Stranddisteln und Fische, Greife und Hirsche in geometrischen Formen und gedeckten Farben.
Viele der geknüpften Muster wurden von Kindern unter fachmännischer Anleitung im Schulunterricht entworfen. So entstand jeder zweite Teppich nach einem Kinderentwurf.
Auf einen geknüpften Quadratmeter kommen 57600 einzelne Knoten für die ein Knüpfer in etwa 160 Stunden benötigt. Er verbraucht dabei 2500g Wolle, 240g Baumwolle und 750g Kettgarn.
Freester Fischerteppiche, die jeweils einmalig in Farbe und Muster sind, waren ursprünglich als ausgesprochene Gebrauchsteppiche gefertigt, heute verwendet man sie jedoch aus "Wertschätzung" als Wandbehänge. ... (externer Link)
